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Old American Mastiff

Die Materie der Geschichte des Mastiffs ist schwer
zu verstehen. Vieles wird durcheinander gebracht, vieles wurde
mit Traeumerei und Romantik vermischt, endete in Zuechterlatein und trivial Literatur.
Kaum jemand weiss heute um die Entstehung des Mastiffs. Es waere sinnlos geschichtlich
dort anzufangen, wo der Mastiff weder sanft noch ueberhaupt eine Hunderasse war. Wir
koennen den Mastiff in seinem Ursprung nur in der Hunderasse selbst erfahren,
niemals jedoch in dem Mastiff, der nur als ein Wort in Erscheinung
trat
 
Mastiffs nach Belknap und Derby. Damals und
Heute
Ebenso musst du die Zusammenhaenge zwischen England
und America erkennen. Viele gute Dinge aus England wurden in America uebernommen. "England,
Mutterland, dessen Sprache wir erbten." Gegen Ende des 19. Jahrhunderts begann
mit den ersten Importen die Zucht des Mastiffs in Amerika. Niemand bereitete dem
unsportlichen Hund aus England einen herzigen Empfang. Die Zahl seiner Bewunderer war
gering. Doch stieg die Anhaengerschaft mit der Vorstellung des Mastiffs auf
grossen Ausstellungen und der Gruendung des American Mastiff Club. Das ansteigende
Interesse waren die Besonderheiten des sanften Riesen aus England. Sein Fell kurz und
dicht, dennoch so weich, dem seidigen Pelz eines Cocker Spaniels
gleich. Die schwarze Maske die das Aeussere boese erscheinen liess, und so im
Gegensatz zu seinem sanftmuetigen Wesen stand. Die Materie der Mastiffzucht
umfasste vieles mehr, als das was du Heute so oft vorfindest. Die wenigen
Bewunderer erlitten in der fruehen amerikanischen Mastiffzucht soviel
Rueckschlaege, entbehrten viel Geld, Zeit und Aufwand. Nicht die Ignoranz des
gewinnsuechtigen und mit falschen Ehrgeiz besessenen Zuechters trieb sie voran. Einzig das
Wissen um diese grossartigen Hunde. Der Mastiff ist einer der sanftmuetigsten und edelsten
Geschoepfe. Mutig, loyal und dennoch souveraen. Nur Unwissenheit und
Ignoranz degradieren ihn zum Kampf - oder Kriegshund, zum beissenden Bewacher
oder bellenden Hofhund. Zu oft triffst du Heute auf Mastiff Kreationen. Ein grotesker
und billiger Abklatsch des alten englishen Erbes, zu Hoechstpreisen
feilgeboten.
The Mastiff
Der Mastiff in seiner urspruenglichen Form des
Rassehundes existiert nicht mehr. Er gilt als ausgestorben, gleich welche Geschichten sich
um die heutige Erscheinung des Mastiffs ranken. Welche Hunderassen vereint wurden um
den sanften Riesen (English Mastiff) in die Gegenwart zurueck zu holen, ist bis Dato
ungeklaert. Spricht der eine von 3 Hunderassen, weiss ein anderer gleich fuenf zu benennen.
Andere Thesen berichten von zwei Hundeimporten aus den USA und einem nach dem Krieg umher
irrenden und aufgegriffenen Mastiff. Keiner dieser Thesen ist nachvollziehbar, ebenso
wenig die noch vor wenigen Monaten niedergeschriebene Behauptung, es haetten anhand
von Zuchtbuechern nachweisbar vor und waehrend des 2. Weltkrieges Mastiffs
existiert. Dies kann einwandfrei wiederlegt werden. Der angegebene Beginn der
Rueck - oder Neuzuechtung des Mastiffs unterscheidet sich ebenso, wie die Hunde im
Aussehen. Und eine praezise nachvollziehbare Angabe duerfte noch genauso auf sich
warten lassen, wie das einheitliche Erscheinungsbild des Mastiffs. Jeglicher Beginn
einer fach - und sachgerechten Diskussion ueber die tatsaechliche Geschichte der
Hunderasse Mastiff, endet zweifelsohne in einer Sackgasse. Die Behauptung, der
Mastiff sei eine der aeltesten Hunderassen ueberhaupt, duerfte mit der
gleichzeitigen Angabe, vor ein paar Jahren Kreuzungen unterschiedlicher
Rassehunde vorgenommen zu haben, gerade zu laecherlich klingen. Sicher koennen
wir - eher weniger als mehr, die Erscheinung und den Untergang des Mastiffs
im vorletzten Jahrhundert nachvollziehen - ebenso seine Wiedergeburt durch Kreuzungen
unterschiedlicher Rassehunde im 20. Jahrhundert. Doch wird dem Leser schnell bewusst,
dass es sich hierbei nur um eine Schein-Wiedergeburt handeln kann. Ich denke es ist an der
Zeit, dem neuen und noch jungen Mastiff seinen eigenen Platz in der Geschichte der
Hundezucht einzuraeumen. Geben wir diesen grossartigen Hunden die Chance auf eine
eigene Legende.
Old (American) Mastiff,
a part of Mastiff history
 
Mastiffs nach Belknap und Derby. Damals und
Heute
Im Jahre 1877 wurde vom Westminster Kennel Club in
Gilmore`s Garden (Stadt New York) die erste Hundeshow fuer `non-sporting
breeds`* veranstaltet. 874 gemeldete Hunde wurden erstmals auf ihre Schoenheit
beurteilt und `kaempften`um ein Preisgeld von $1985. Nur 9 Jahre
spaeter beteiligten sich bereits 5 Clubs. Sagenhafte 3000 gemeldete Hunde rangen um
ein Preisgeld von $7500! Hiermit wurde bewiesen das `non-sporting dogs` /
Familienhunde, trotz enormen Diskriminierungen, ein steigendes Interesse der
Oeffentlichkeit fuer sich gewannen.

oben: "DC" come from S. Muecke. "Out
cross"
Im Zuge des zunehmenden Interesses an Luxushunden
(family dogs) setzte sich Mr. Robert Lenox Belknap insbesondere fuer die
typgerechte (reine) Zucht des Mastiffs ein. Neben Importen aus dem Mutterland,
stellte eine Skizze die Zuchtvorgabe. Mr. Belknap gruendete wenig spaeter mit Dr.
Richard II. Derby den I. American Mastiff Club, dessen wichtigste Aufmerksamkeit dem
non-sporting dog galt.

Anhaltende und
ungerechtfertigte Diskriminierungen, sowie die wenige Popularitaet des Mastiffs
sorgten fuer enorme Schwierigkeiten eine vernuenftige Basis zu halten. Immer wieder
wurden - auch im Mutterland, Kreuzungen vorgenommen die den urspruenglichen Mastifftyp
nachhaltig in Form und Wesen verfaelschten. Viele, insbesondere englische Linien
galten bereits als `ausgebrannt`.Auskreuzungen wirkten entgegen, dienten
aber letztendlich nicht dem Erhalt des Mastiffs, sondern trugen zur Entstehung anderer
Hundearten bei. Nur wenige Anhaenger bemuehten sich ernsthaft um den Erhalt des
unverfaelschten Mastiffs. Der Old American Mastiff wird heute noch nach
dieser alten Vorgabe gezuechtet.
Leidiges Erbe

Finis Coronat Opus "Lionel" come from ,Lee
Klein
Immer wieder zeigen sich Wuerfe die ihr fruehes
Erbe der Hundemixturen zeigen. Hiervon koennen einzelne Welpen, aber auch der
gesamte Wurf betroffen sein. Das populaerste Beispiel unter den Mastiffarten ist
wohl der English Mastiff und seine lang -und stockhaar Welpen, Fluffie. Aber
auch unser American Mastiff zeigt, wenn auch nicht gerade im
langen Haarkleid, heute wie bereits schon anno domini, sein fruehes Erbe. In
einigen Wuerfen zeigen sich Welpen mit zu kurzen Nasen. Zwar wird in beiden
Zuchtrichtungen eine gute und strenge Auswahl an Zuchttieren getroffen,
aber phaenotypisch ist nicht genotypisch. Und so werden wir uns wohl noch
einige Jahrzehnte an plueschigen Englaendern und kurznasigen Amerikaner erfreuen
koennen. Take it easy!

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Mastiff
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